Das Interview
Lady de Cobra gehört zu einer der bekanntesten Dominas, da sie einen ganz eigenen, unverwechselbaren Stil pflegt. Auf Ihrer Website www.residenz-cobra.de, auf der sich ein weiteres Interview, Erlebnisberichte und andere aufschlussreiche Texte finden, erzählt sie von sich, worauf es ihr ankommt:
"Einfühlsame Grausamkeit! Mit diesen zwei Worten würde ich meinen Stil beschreiben. Jeder der das Glück hat, mich besuchen zu dürfen, soll wissen: Tabus werden respektiert, jedoch Grenzen setze ich alleine. Ich greife Wünsche eines Sklaven nur insoweit auf, wie sie mit meinen Wünschen identisch sind. Ich bin gerne Traumerfüllerin, aber nur und ausschließlich meiner eigenen Träume. Jede männliche Kreatur, die meine RESIDENZ betritt, muss wissen, dass es ausschließlich MEINE Regeln sind, die ein Objekt zu befolgen hat. Die Hürden sind hoch, um in den Genuss meiner Gesellschaft zu gelangen, und ich verspreche nicht, dass es für Sklaven wirklich ein Genuss wird. Es könnte für dich zu einem Alptraum werden, also überlege es dir gut. (...) Ich bin keine Dienstleisterin für Sklaven. Bitte verschont mich! Geht zu Anderen! Es gibt so viele, schöne, bunte Studios, mit allem erdenklichen Service. Dort seid ihr willkommen. ICH BIN DIENSTNEHMERIN! Begreift es! Ich nehme, euch erwartet: Kälte, Ignoranz, Arroganz, Schmerzen, Härte und das Gefühl, dass ihr mich niemals zufrieden stellen könnt. Jedoch die, die von mir empfangen wurden und eine Sklavennummer erhielten, wissen genau dies zu schätzen, und das sind Sklaven, in deren tiefster Seele der Wunsch eingebrannt ist zu leiden, zu dienen und zu erleben, was es heißt, Sklave der LADY DE COBRA zu sein.“
Lady de Cobras Residenz findet man in Andernach, einer Kleinstadt am Rhein zwischen Koblenz und Bonn.
Arne: Lady de Cobra, wann und wie haben Sie zum ersten Mal festgestellt, dass Sie dominant sein können?
Lady de Cobra: Mit Anfang zwanzig lebte ich ihn einer Beziehung, in dieser ich erstmalig mit SM in Berührung kam, ohne überhaupt zu wissen, was eigentlich SM ist. Angeregt von meinem damaligen Partner probierte man sich aus, und natürlich wurden auch die Seiten gewechselt. Schnell stellte ich fest, dass nur der dominante Teil meinen Neigungen entspricht. Es kam allerdings nicht über das Stadium von Hausfrauen-SM (das soll nicht abfällig klingen) hinaus. Das war für diese Zeit vollkommen okay und meine wirkliche SM-Leidenschaft lag noch im Dämmerzustand.
Jahre später, meine damalige Beziehung war längst beendet, lernte ich meinen jetzigen Partner und Leibsklaven kennen. SM spielte beim Kennenlernen keine Rolle, und es handelte sich eher um eine Zufallsbekanntschaft. Trotzdem gestand er mir am ersten Abend, Masochist zu sein. Meine Neugier war geweckt, und da er mir darüber hinaus "gefiel", bin ich noch heute mit ihm zusammen. Die Entwicklung verlief rasend schnell. Ich lernte neue Dinge kennen und stellte fest, dass der SM der extremeren Varianten meine Neigung beflügelt. So war es nur eine Frage der Zeit, dieses nun immer mehr im Mittelpunkt meines Lebens stehende Thema auch zu meinem Beruf zu machen.
Arne: Möchten Sie uns verraten, was genau Sie mit „SM der extremeren Varianten“ meinen?
Lady de Cobra: Nun ja, mit extremeren Varianten meine ich nicht nur einzelne Praktiken, sondern den gesamten Umgang mit "der Kreatur Sklave". Bei mir ist der Sklave vom Betreten der Residenz, ja schon im Vorfeld am Telefon, bis zum Verlassen der Residenz Sklave, und nur Sklave. Es gibt kein: "Schön dass du da bist" oder: "Herzlich willkommen." Auch beim Verlassen der Residenz findet kein Gespräch in "normaler" Atmosphäre statt. Sklaven sind
Sklaven und es wird in keinem Fall "die Illusion" genommen, dass SM nicht das wirkliche Leben sei. Sklaven finden bei mir SM in absoluter Realität und nicht als Spiel vor.
Besondere Praktiken der extremeren Art aufzuzählen wäre in diesem Zusammenhang eher langweilig und führt zu nichts. Vielleicht in einem anderen Zusammenhang, um zu verdeutlichen, wie weit manche Folterungen gehen, aber um einen Unterschied zu den meisten anderen Studios zu verdeutlichen, ist die obige Beschreibung im Umgang mit den Sklavenkreaturen schon wichtig und extrem, denn ich weiß, dass in anderen SM-Etablissements durchaus Gespräche, Begrüßungen und Verabschiedungen in normaler freundschaftlich, gleichberechtigter Art üblich sind.
Arne: Wird dieser Umgang, wie Sie ihn im Gegensatz zu manch anderer Domina anbieten, denn von vielen Männern gewünscht?
Lady de Cobra: Eine Kurzfassung der Antwort lautet: ES INTERESSIERT MICH NICHT, WAS KREATUREN WOLLEN!!!!!!
Eine ausführlichere Antwort dazu: Ich spreche grundsätzlich nicht von Männern. Gibt es überhaupt welche? Sind nicht alle männlichen Kreaturen ihrer Neigung nach Sklaven?
Wer meine Residenz betritt, unterwirft sich meinen Anforderungen und Bedingungen. Es ist seine freie Entscheidung, eine Audienz zu erbitten, jedoch NICHT seine Entscheidung, wie ich mit ihm umgehe.
Ich ziehe ohne Kompromisse mein Ding durch, und es scheint anzukommen. Zu anderen Dingen bin ich nicht bereit, aufgrund meiner Unabhängigkeit geistig und wirtschaftlich, kann ich es mir auch leisten.
Es dürfen sehr wohl im Vorfeld per Mail Wünsche und Fantasien geäußert werden, jedoch ich alleine entscheide, welche davon mir so zusagen, dass ich bereit bin, diese oder einen Teil davon zu übernehmen.
Einzig eine Vorgabe beachte ich IMMER: Wenn eine Kreatur keine Spuren haben möchte.
Es bedeutet auch nicht, dass ich keine Tabus gelten lasse, sondern es bedeutet lediglich, dass ich die Fantasien unter Umständen in meinem Tun berücksichtige oder wohlwollend beachte.
Arne: Ihre Einstellung äußern Sie ja auf Ihrer Website: „In Wahrheit trägt jede männliche Kreatur das Sklave sein in sich.“ Wie kommen Sie auf diesen Gedanken?
Lady de Cobra: Es gibt genügend Beispiele. Eins sei stellvertretend erwähnt - und es spielt nicht in meiner Residenz, denn dort kann ich es sogar verstehen, weil es mein Refugium ist und jede männliche Kreatur im Vorfeld weiß, das dort ganz besondere Regeln einzuhalten sind, nämlich meine.
Ich besuchte vor einiger Zeit den Painball in Karlsruhe. Hin und wieder bin ich dort anzutreffen, weil mir das Ambiente zusagt und auch das Publikum okay ist. Ich kettete meinen Leibsklaven irgendwo, für jeden zugänglich und zur freien Vverfügung an, um mich anschließend, durch ihn ungestört, zu amüsieren. Ich nutzte ihn an diesem Abend ausschließlich als Chauffeur. Nach kurzer Zeit kam ich mit einem sehr gutaussehenden, durch Kleidung und Aufreten eindeutig als "Dom" erkennbaren "Mann" ins Gespräch. Wir sprachen irgendwann auch darüber, was jeder beruflich so täte. Seine Augen leuchteten, als ich ihm von meiner Residenz und meinem Umgang mit Sklaven erzählte. Eigentlich wollte ich nur eine gute, humorvolle Unterhaltung führen. Ich merkte jedoch, dass er langsam ein wenig zurückhaltender wurde, herumdruckste und so fragte ich ihn, was denn los sei.
Darauf warf er sich mir vor die Stiefel und bettelte darum, auf dem Klo meinen NS zu bekommen. Enttäuscht, wieder mal meine Ansicht zu männlichen Kreaturen bestätigt zu wissen, lies ich ihn meine Stiefelsohlen sauberlecken, und es störte ihn auch nicht, dass diese sehr schmutzig waren, denn draußen war eine Baustelle gewesen, und ich hatte dummerweise in eine Matschpfütze getreten. Ich verlangte von ihm einen entsprechenden Obolus, den er anstandslos ablieferte und pisste ihn an Ort und Stelle von oben bis unten an, so dass auch seine Kleidung eingesaut war. Anschließend bugsierte ich ihn mit Tritten bis zum Eingangsbereich. Dann verschwand ich wieder in der Menge. Gesehen habe ich ihn danach nicht mehr, nur viele geile Blicke von Sklaven und bewundernde Zurufe von einigen Ladys die das ganze Schauspiel mitbekommen hatten.
Es gäbe viele Beispiele mehr. Dieses allerdings ist ein exemplarisches, gut verständliches, wieso ich die Meinung, dass alle "Männer" mehr oder weniger Sklaven sind, vertrete. Dabei alleine entscheidend ist der Umgang mit ihnen. Aus jedem männlichen Wesen kann man einen Sklaven machen. Auch funktioniert "der Mann" am besten, je mehr er unter der Knute des Weibes steht.
Es gibt Sklaven, die zu Hause ihre Ehefrau verprügeln. Das sind teilweise hochbezahlte und hochintelligente Managertypen. Deren Frauen sollten mal bei meinen Sessions anwesend sein. Ich glaube, man könnte danach einige Frauenhäuser schließen und sie zu Männerhäusern machen. Leider sind sich die wenigsten Frauen darüber im Klaren, wer wirklich das starke Geschlecht ist. Es sind wir, wir Frauen.
Arne: Das klingt stellenweise schon extrem überdrüssig und entnervt von solchen Männern. Würden Sie sich denn wünschen, endlich einmal einem Mann zu begegnen, der sich in Ihren Augen als dominant oder zumindest ebenbürtig behaupten kann?
Lady de Cobra: Die Hoffnung, einen Dom zu finden, der mir auf gleicher Augenhöhe begegnet und mit dem ich gemeinsam meinen Leibsklaven weiter abrichte, habe ich inzwischen tatsächlich weitestgehend verworfen. Dies stellt jedoch kein Problem dar, es wäre lediglich eine Vervollständigung meiner Vorstellungen und Fantasien gewesen.
Allerdings, damit kein falscher Eindruck entsteht, muss ich den Begriff des Leibsklaven der auch mein Ehemann ist, relativieren und gleichzeitig erweitern. Es ist keine Beziehung, die sich als reine 24/7-SM-Beziehung darstellt, denn dafür ist mein Leibsklave zu wenig devot, sondern mehr masochistisch. Das ist auch gut so, denn es gibt, wie in jeder Beziehung, Dinge, die gemeinsam besprochen und entschieden werden müssen, auch wenn im Zweifelsfall meine Meinung den Ausschlag gibt. Trotzdem muss und soll er ja ein "normales" Leben mit einem Beruf und sozialen Kontakten führen. Und nicht zuletzt hat auch eine Domina das Bedürfnis, sich ganz einfach mal fallenzulassen oder im Krankheitsfall auch pflegen und versorgen zu lassen. Dies relativiert meine Dominanz ihm gegenüber in keinster Weise, was wiederum bei ihm auf einen Charakter schließen läßt, der soviel Selbstvertrauen besitzt, das ein Ausnutzen dieser "Schwächeperioden" nicht in Frage kommt. Somit habe ich durchaus einen nicht nur sklavenhaften, sondern auch männlichen Part an meiner Seite, der voll und ganz ausreichend und befriedigend ist.
Deshalb soll meine vorherige Antwort weder entnervt noch verdrießlich klingen, sondern sie ist einfach Realität, wenn auch nur meine Realität, die durch die entsprechenden Erfahrungen geprägt ist.
Arne: Sie sprechen da einen Punkt an, den ich interessant finde. Die verschiedenen Dominas haben sich in der Anfangsphase ihres Kontaktes mit mir sehr unterschiedlich präsentiert. Sie, Lady de Cobra, sind in unser Interview mit einigen deutlichen sprachlichen Dominanzgesten hineingegangen. Machen Sie das, weil Sie schlicht in der Dominarolle antworten wollten, oder trennen Sie Rolle und Alltagsperson überhaupt nicht mehr? Falls letzeres der Fall ist: Ist es nicht unglaublich anstrengend und erschöpfend, ständig Dominanzsignale senden und Stärke ausdrücken zu müssen und sich keine Schwäche zu erlauben?
Lady de Cobra: Nein, ich muss mich dafür ganz und gar nicht anstrengen, weil es keine Rolle ist, die ich spiele. ICH BIN SO!!! Das mag vielleicht für Außenstehende unwirklich oder aufgesetzt erscheinen, aber, sorry, so ist es nun mal.
Ich habe keine Last mit der Dominanz, und ich schauspielere auch nicht für andere. Wenn dies so wäre, hätte ich nicht die Arroganz, von mir selbst zu behaupten, dass ich meinen Beruf aus Leidenschaft und mit Überzeugung ausübe. Dann würde ich mir auch nicht privat meinen Leibsklaven halten, denn zu Hause das "kleine Mäuschen" und in meiner Residenz gestylt die knallharte Domina geben, das würde nicht lange gut gehen. Und die um eine Audienz bittenden Objekte würden das auch spüren.
Nichtsdestotrotz ist natürlich nicht jeder Tag gleich, und wie ich schon in einer vorherigen Antwort schrieb, habe auch ich hin und wieder das Bedürfnis, mich anzulehnen oder einfach zu kuscheln. Wenn dies bei meinem Leibsklaven und Ehemann zur Folge hätte, dass er deshalb in mir nicht mehr seine Herrin, Gebieterin und Domina sehen würde, wäre er nicht der richtige.
Er hat deshalb also in keinster Weise weniger Respekt, Achtung, ja vielleicht sogar Angst vor mir oder besser gesagt, Angst vor den Folgen. Es ist auch ein Teil von mir, und es wird respektiert. Ich denke auch nicht darüber nach, sondern bin einfach wie ich bin.
Zusätzlich wäre es wohl vollkommen unnormal, im Krankheitsfall zum Beispiel mit Grippe und Fieber noch mit der Peitsche im Bett zu liegen. Das fände ich doch sehr aufgesetzt und unglaubwürdig. Sich dann aber ohne schlechtes Gewissen, jemandem zur Last zu fallen und Unbequemlichkeiten zu bereiten, sich verwöhnen und pflegen lassen, das empfinde ich wiederum als Privileg, denn wieviele Ehefrauen und Mütter haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie krankheitsbedingt mal ausfallen und plötzlich auf Hilfe angewiesen sind.
Zusätzlich schulde ich meinem Sklaven keinen Dank, denn dafür ist er ja auch da. Und er ist vielleicht mehr bemüht als ein "normaler" Ehemann, denn die Strafe wäre sicherlich grausam, wäre ich mit seinen Diensten unzufrieden.
Arne: Als ich mir Ihre Website über Ihre Residenz und diverse Einrichtungen darin so durchgelesen habe, dachte ich mir stellenweise: Hui, das muss nicht ganz billig gewesen sein. Die ganzen Kosten müssen sich ja auch erst mal amortisieren. War es für Sie eigentlich schwierig, sich als Domina gleich mit einer kompletten Residenz selbständig zu machen?
Lady de Cobra: Nein, billig ist nichts. Es würde auch nicht meinem Style entsprechen. Die Kunst liegt zum einem in einem günstigen Einkauf, der mir möglich ist, weil ich einen geradezu grandiosen und preislich anständigen Gerätebauer habe, der meine Ideen verwirklicht und ich somit viele Spezialanfertigungen habe, die es sonst in dieser Art und Stabilität wohl nirgendwo gibt. Das gleiche gilt für meinen Lederschneider, der als absoluter Lederfetischist Feinheiten in Uniformen, Hosen, Jacken und sonstigen Kleidungsstücken einarbeitet, die auf Bildern gar nicht sichtbar sind. Zusätzlich ist die Qualität des Leders einfach klasse.
Zum anderen bin ich finanziell unabhängig, was nicht bedeutet, dass ich Geld verschenke oder unüberlegt investiere, sondern weil ich damit umgehe, wie ich immer damit umgegangen bin, auch vor meiner zeit als Domina. Ich habe mir diesen Status hart erarbeitet und noch heute gilt: Kosten, die ich nicht produziere, muss ich nicht erarbeiten. Es ist allerdings sehr angenehm zu wissen, dass ich meine Vorstellungen und Konzepte umsetzen kann, ohne gegenüber männlichen Kreaturen Kompromisse machen zu müssen. Ich weiß, dass das bei den meisten in diesem Gewerbe Tätigen ganz anders aussieht. Wer also glaubt, mir meine Prinzipien im Umgang mit Sklaven abkaufen zu können, der sollte seinen Obolus besser anderweitig "an die Frau" bringen.
Arne: Eine der Einrichtungen Ihrer Residenz ist ein sogenanntes "Schlachthaus". Von "Schweineschlachtungen" im Rahmen von SM-Aktionen hatte ich bislang noch nichts gehört; erst in der Vorbereitung zu diesen Interviews habe ich auf den Websites einiger weniger Dominas davon gelesen. Was genau darf man sich darunter vorstellen, und was ist daran so reizvoll?
Lady de Cobra: Das Schlachthaus (lächelt).
In diesem Raum wurden früher tatsächlich hin und wieder Tiere geschlachtet, denn die Villa war früher im Besitz eines Tierhändlers, und so wurde der Raum ab und an dazu genutzt, Tiere zu schlachten. Heute werden dort "nur" noch Scheinschlachtungen durchgeführt.
Ein Bereich den ich seit einiger Zeit bewerbe, weil ich das Optimum der Räumlichkeiten habe und es auch ganz ansprechend finde, diese dunklen Fantasien umzusetzen.
Es befriedigt mein Amusement, denn um so realitätsnäher man das Ganze inszeniert, um so realer ist die Angst bei den zu "schlachtenden Kreaturen". Das Einstellen auf die absurdesten Fantasien eines "Schlachtviehs" sind eine Herausforderung, vor allem diese durch die Realität zu übertreffen, so dass tatsächliche Angst entsteht.
Ich habe im Outdoorbereich einen Stall, wo die Kreaturen erst mal eine Zeit gehalten werden. Nach einiger zeit fange ich sie in diesem Stall regelrecht ein und zerre sie mit einem alten Strick um ein Bein so hinter mir her, dass sie zu Boden gehen und tatsächlich teils schleifend teils kriechend den Weg zum Schlachthaus nehmen.
Gerne helfe ich auch mit Stockschlägen oder mit einer Forke nach. Die genauen Details möchte ich dir ersparen, allerdings hängen sie nach einiger Zeit kopfüber am Flaschenzug, abgeflämmt, gebürstet und mit Wasser abgespritzt, auf das Ausweiden wartend. Das Bolzenschußgerät schenke ich mir hier, weil es realistischerweise nicht zum Einsatz kommen kann. Allerdings sehen es die "armen Viecher".
Mit einem Messer, aus dem Theaterblut spritzt, wird der Kadaver dann kopfüber ausgeweidet. Wie man auf Bildern sehen kann, steht auch eine große Kühltruhe im Raum, so dass ich den Deliquenten gerne vermittele, wo sie anschließend landen.
Das ist natürlich eine Kurzform, dessen was genau passiert, denn eine solche Session kann über mehrere Stunden gehen.
Ich glaube, auf meiner Website gibt es dazu sogar einen Erlebnisbericht, sehr zu empfehlen.
Es steht mir nicht zu, sexuelle Fantasien von männlichen Kreaturen zu bewerten, allerdings sei gesagt, dass eine wirklich gute Domina mehr ist als eine Gebieterin, Herrin, Schlächterin oder was auch sonst. Sie muss vor allem eine sehr gute Psychologin sein, denn sonst wird sie keinen Erfolg haben. Und eins habe ich in all den Jahren gelernt: Die Abgründe der menschlichen Sexualität sind das tiefste Loch auf Erden.
Arne: Kommt es bei all diesen emotional intensiven Inszenierungen eigentlich jemals vor, dass es Ihnen selbst zu viel wird? So dass Sie sich zum Beispiel sagen: Jetzt nehm ich mir mal lieber zwei Wochen Auszeit, sonst krieg ich noch Alpträume?
Lady de Cobra: Also Alpträume habe ich keine, denn Dinge, die ich nicht machen will, mache ich nicht. Ich schließe allerdings nicht aus, dass einige Sklaven Alpträume nach dem Besuch in meiner Residenz bekommen (lacht).
Denn natürlich ist bei vielen die Fantasie ausgeprägter als dann anschließend die Neigung, dies auch auszuhalten. Dies ist jedoch nicht mein Problem, und ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass gerade diejenigen wiederkommen, von denen ich es nicht erwartet hätte. Es ist wohl folgendermaßen: Das Kopfkino läuft, und man bittet um eine Audienz. Wird diese Audienz erteilt und der Sklave erscheint, kann es passieren, dass einige Dinge tatsächlich passieren, die er erträumt hat. Zusätzlich passieren natürlich auch noch ganz andere Dinge. Während der Session merke ich, dass es für die Kreatur zu extrem, zu brutal und hart ist. Ich ziehe es oft trotzdem durch. Ich weiß genau, er findet diese Session nicht toll und ist maßlos überfordert. Er würde am liebsten fliehen, aber er ist so fixiert, dass es nicht möglich ist. Wenn er meine Residenz nach der Session jedoch verlässt, dauert es einige Zeit, bis seine Geilheit zurückkehrt, und schon ist wieder das Kopfkino da, nur dass er jetzt Teile davon erlebt hat. Dass es für ihn kein Zuckerschlecken war, verdrängt er, denn in seiner Fantasie kann er ja jetzt wieder viel mehr ertragen. Die Bindung zu mir besteht also oftmals in der Nacharbeitung und somit kommt er wieder, um neue Nahrung für sein Kopfkino zu finden.
Weshalb sollte ICH also Alpträume haben? Wenn dies so wäre, würde ich Dinge tun, mit denen ich nicht klarkomme und das gibt es bei mir nicht.
Was den Abstand anbelangt, so kann man jeden Beruf super gerne und sehr gut ausüben, trotzdem braucht es hin und wieder eine Auszeit. Nicht nur der Entspannung willen, sondern auch, um sich selbst zu überdenken und neue Ideen zu entwickeln. Auch gibt es Urlaube, gemeinsam mit meinem Ehemann und Leibsklaven, wo das Wort SM tagelang nicht einmal present ist. Das Leben ist zu vielschichtig, um es vollkommen eindimensional zu betrachten, auch wenn man für sich einen Bereich gefunden hat, in dem man sich glücklich fühlt.
Arne: Haben Sie eigentlich je erlebt, dass einer Ihrer Besucher einen regelrechten psychischen "Absturz" hatte, also einen kleinen seelischen oder nervlichen Zusammenbruch, nach dem erst mal gar nichts mehr ging? Wenn ja, wie sind Sie damit umgegangen?
Lady de Cobra: O ja, das habe ich erlebt. Allerdings hing das nicht mit der Session zusammen, sondern wegen sehr großer familiärer Probleme des Sklaven. Er bekam während der Session gefühlmäßig einen Zusammenbruch. Da es sich um eine Langzeitsession
handelte, entließ ich ihn aus meiner Residenz, um mich, mit ein wenig Zeitabstand, mit ihm in einem Lokal zu treffen. Nach diesem Treffen kam er zwei Stunden später wieder in meine Residenz und die Session ging weiter, als sei nichts geschehen.
Grundsätzlich bin ich nicht dazu da, Sklavenkreaturen "aufzufangen". Das wissen diese auch, denn ich werde einen Sklaven niemals trösten und damit die "Illusion" der "totalen Sklaverei" aufheben.
Bei diesem oben beschriebenen Sklaven handelte es sich allerdings um einen langjährigen Bekannten, dessen private Situation mir vertraut war. Trotzdem hätte ich ein "normales" Gespräch nicht in meinen SM-Räumlichkeiten mit ihm geführt. Deshalb wurde von mir ein entsprechendes Lokal ausgewählt, um auch im Gegenüber klar zu machen und zu zementieren, dass er in meiner Residenz nur Sklave ist und er dort keinerlei Vergünstigung zu erwarten hat.
Ob das eine oder andere Objekt einen Zusammenbruch hat oder gefühlsmäßige Probleme bekommt, wenn sie die Residenz verlassen haben, weiß ich nicht und es interessiert mich auch nicht. Es sind Sklaven, und folgerichtig werden sie genau so behandelt.
Wer ein weniger durchgängiges und weniger krasses Ambiente und Behandlung möchte, der ist bei mir definitiv vollkommen falsch. Ihm sei unbedingt empfohlen, jemand anderes aufzusuchen als gerade mich.
Allerdings möchte ich erläutern, dass ich häufig merke, dass es oft nur noch eines kleines Schrittes bedarf, um einen Sklaven an den Rand des psychischen Absturzes zu bringen. Diesen Schritt dann zu tun ist reizvoll, allerdings lässt mein Verantwortungsbewusstsein das nicht zu. Ein Sklave kann und soll sich fallenlassen. Dafür ist unabdingbar, dass er seiner
Herrin und Domina blind vertrauen kann, so dass er weiß, dass diese jederzeit Herrin der Lage ist und eben nicht die Kontrolle verliert.
Dies in absoluten Grenzsituation immer wieder zu leisten ist extrem schwierig, aber auch reizvoll, und es ist eine Aufgabe, die ich mir gerne selbst abverlange.
Arne: Für viele Sadomasochisten stellt „safe, sane and consensual“ (sicher, gesund und einvernehmlich) ja eine wensentliche Richtschnur dar. Halten Sie diese für komplett überbewertet, oder können Sie damit zumindest teilweise etwas anfangen?
Lady de Cobra: Vielleicht habe ich mich schlecht oder unverständlich ausgedrückt. Es interessiert mich nicht, wie es der Kreatur geht. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich es nicht wüsste.
Natürlich kann man jeden Sklaven nicht mit der gleichen Intensität behandeln, aber ich weiß genau, was ich der jeweiligen Kreatur zumute.
Ich bin sicher, dass ich vor dem Sklaven weiß, was er aushält und was nicht. Ganz bewusst gehe ich oft über die Grenzen dessen, was er aushält, hinweg – manchmal nur ganz kurz, um ihm seine Machtlosigkeit zu demonstrieren. Trotzdem muss er so viel Verantwortungsbewusstsein durch mich spüren, um sich gehen zu lassen. Ich kann Macht vollkommen intinktlos ausnutzen oder kann sie ganz gezielt für meine Zwecke einsetzen.
Es ist ein Spiel, obwohl ich das Wort sehr ungern benutze, in dem ich den Sklaven an oder über Grenzen führe, ihm danach vielleicht kurze Erholungspausen gönne und ihn in Sicherheit wiege, um danach je nach seelischer und körperlicher Belastbarkeit wieder um so härter und unnachgiebiger mit ihm umzugehen.
Da ich in der Szene als eine der extremeren Damen gelte, ich mir diesen Ruf hart erarbeitet habe und gut mit dieser Charakterisierung lebe, ist es mir schon wichtig, dass kein Sklave meine Residenz verlässt und denkt: "Na, das hätte aber ruhig härter kommen können." Nein, dann ist es mir lieber - auch aus Gründen, die ich schon einige Fragen vorher beantwortet habe - er jammert, es sei zu hart gewesen. es ist für mich die eindeutig bessere Variante. Das bedeutet aber niemals, gesundheitliche Schädigungen in Kauf zu nehmen, wobei zu klären wäre, was man darunter versteht.
Auch Sicherheitsaspekte dürfen nie außer acht gelassen werden, sondern sind elementar. Dinge, die ich nicht beherrsche, werde ich nicht tun. So lege ich z. B. keine Magensonden. Das ist zwar nicht sehr schwer, aber es reizt mich nicht und ich habe es mir bisher nicht angeeignet, also tue ich es nicht.
Kurz noch mal zu gesundheitlichen Schädigungen: Für manchen gehören Narben, die durch das Ausdrücken von Zigaretten entstehen dazu, für andere nicht mal ein richtiges Branding.
Meine Sklaven haben die Möglichkeit, ihre Tabus in schriftlicher Form zu benennen. Somit weiß ich im Vorfeld, wie das Objekt tickt. Mehr muss ich in der Regel gar nicht wissen.
Da ich grundsätzlich keine Session von einer halben Stunde anbiete (was sollte man auch groß in einer halben Stunde machen, eine Stunde ist schon sehr wenig) und hauptsächlich in Langzeitsessions agiere, gerne auch über mehrere Tage, weiß ich nach zehn Minuten der Session, alles, was ich bis dahin nicht wusste.
Arne: Falls eine Frau sich an Sie wenden würde, die von Ihrem ganz besonderen Ruf gehört hat – könnten Sie sich vorstellen, auch sie zu dominieren?
Lady de Cobra: Natürlich. Da es sowieso nicht zu sexuellen Kontakten mit mir kommt, ist es für mich nicht sonderlich relevant, ob es sich um männliche oder weibliche Objekte handelt.
Die Nachfrage von Sklavinnen ist allerdings kaum messbar, weil es für Sklavinnen kein Problem sein dürfte, ihre Veranlagung in einer Partnerschaft auszuleben, da das Verhältnis zwischen SM-veranlagten Männern und SM-veranlagten Frauen vollkommen unausgeglichen ist.
Es geschieht jedoch hin und wieder, dass Paare gemeinsam SM in meiner Residenz erleben wollen – wobei sie sowohl nur die Räumlichkeiten mieten können als auch mit mir vereinbaren, dass ich mit dieser Dame gemeinsam ihren Sklaven weiter abrichte. Auch kommt es hin und wieder vor, dass beide Partner devot oder masochistisch sind, sodass ich dann beide gemeinsam dominiere.
Interessant ist in diesem Zusammenhang noch festzustellen, dass Sklavinnen in der Regel belastbarer sind als Sklaven. Außerdem schätzen sie ihre Belastbarkeit wesentlich realistischer ein. Also auch in diesem Bereich ist das weibliche Geschlecht das wirklich starke (lächelt).
Arne: Damit bei unseren Lesern nicht nur das Schlachthaus hängen bleibt: Möchten Sie nicht doch eine besonders gelungene Session der letzten Zeit beispielhaft schildern?
Lady de Cobra: Nein! Möchte ich eigentlich nicht, zumindest nicht ausführlich. Die größte Zahl, ich würde behaupten ca. 90% der Sessions verlaufen sehr gut und die restlichen 10% sind nicht so toll.
Das liegt dann daran, das es nicht gelingt, zwischen dem Sklaven und mir die richtige Chemie zu finden.
Es ist auch nicht so, dass ich einer unerschöpflichen Anzahl von Sklaven Audienzen gewähren würde, denn ich lehne im Vorfeld sehr viele Bittgesuche ab, weil ich überzeugt davon bin, dass vieles nicht zu mir passt. Deshalb ist die Anzahl der dann gelungenen Sessions sehr hoch.
Jemand, der SM als Modeerscheinung betrachtet, einfach neugierig ist oder "körperlichen Kontakt" braucht, ist bei mir definitiv falsch.
Was ich schon in einem anderen Interview sagte, gilt noch immer: Derjenige sollte zu einem der "üblichen" Studios gehen. Es gibt viele und leider immer mehr davon.
Wer jedoch die wirkliche Sklaverei als Veranlagung in sich trägt oder bereit ist, ohne Einschränkung zu dienen, der darf gerne um eine Audienz bitten.
Wenn ich hier eine Session beschreiben müsste, die mir besonders gefallen hat, bestünde die Gefahr, dass du es aus Jugendschutzgründen nicht abdrucken würdest. Eine einzige Session stellt nicht im entferntesten die Vielfallt der Möglichkeiten und Fantasien dar, die ich an und mit meinen Kreaturen umsetze.
Gerne kannst du aber als Antwort nochmals auf meine Homepage verweisen, denn dort gibt
es verschiedene Erlebnisberichte, die ebenfalls einen unvollständigen, aber doch weiträumigeren Überblick über die Dinge geben, die ich mit meinen Objekten anstelle.
Eine kleines Sessionbeispiel möchte ich dann doch in absoluter Kürze erzählen. Ob du das wirklich abdrucken willst, überlasse ich dir. Es könnte sein, dass dann die Neugier der Leser in Abscheu wechselt. Ich empfinde es nicht als außergewöhnlich.
Einen Sklaven, der regelmäßig zu mir kommt, fixiere ich erstmal mit Nägeln durch Vorhaut und Brustwarzen an ein großes Holzgestell im Folterkeller. Anschließend wird durch die Nägel Strom geleitet. Falls ich während der Session rauche, werden die Zigaretten auf seinem Körper ausgedrückt, auch auf seiner Zunge. Der Sklave wird zusätzlich mit Stacheldraht gefesselt und anschließend wird er mit einem Stock, der dick ist wie ein Besenstiel, geschlagen. Der Clou: Dieser Stock ist mit Stacheldraht umwickelt, und man kann sich vorstellen, wie dieses Objekt aussieht, wenn die Session zuende ist. Auch die Wände und der Boden des Folterkellers sind dann vollkommen mit Blut besudelt und bespritzt.
Na, ob das Dinge sind, die im Buch stehen sollten, weiß ich nicht, aber du hast danach gefragt, und das ist nicht mein extremster Sklave.
Manche stehen auf Brennen mit Lötkolben, manche auf ein Skalpell (lächelt). Es ist eben bei mir anders, als es in manchen TV-Reportagen gezeigt wird. Diese SM-Reportagen, ich schaue mir sowas schon gar nicht mehr an, haben wenig mit meiner SM-Realität zu tun.
Arne: Wie alle meine Gesprächspartnerinnen möchte ich auch Sie zum Abschluss gerne fragen, ob es von Ihrer Seite noch Aspekte gibt, nach denen ich mich gar nicht erkundigt habe, die Sie aber gerne erwähnt hätten?
Lady de Cobra: Eigentlich weniger, denn ich stelle hier ja nicht die Fragen. Vielleicht wäre noch wichtig zu vermitteln, dass nicht der Eindruck entstehen sollte, dass SM nur rohe Gewalt darstellt. Bei SM geht es um Macht und Ohnmacht. Dieses Wechselspiel bedarf nicht immer Gewalt, sondern es kann auch subtilere Dinge wie Demütigung, Hilflosigkeit, Benutzung bedeuten. Dies wollte ich nur noch mal klarstellen, damit nicht der Eindruck entsteht, dass
in jeder meiner Sessions Blut fließen muss.
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